Bank von Litauen: “Wir müssen reden.”

Die Bank von Litauen hat damit begonnen, sich Kryptowährungen genauer anzuschauen. Sie will den Dialog von Banken, Regulatoren und Tradern fördern.

Es werden immer mehr Länder und Zentralbanken, die die Zeichen der Zeit erkennen und sich mit Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie beschäftigen. Nach Malta und Liechtenstein, die deutlich positive Töne anschlagen, interessiert sich nun offenbar auch Litauen für die aufkommende Technologie.

Wie lokale Medien am 15.04.2018 berichten, will die Bank von Litauen eine bessere Zusammenarbeit zwischen Banken, Regulatoren und Tradern fordern. Man will damit offenbar einen einheitlichen Umgang mit Kryptowährungen schaffen.

Dazu lud die Zentralbank verschiedene Vertreter der Behörden und Banken ein. Darunter waren Vertreter des Finanzministeriums, der Steuerfahndung, Regierungs-Vertreter, dem Bankenwesen und Initiatoren von ICOs.

Jekaterina Govina, die Fintech-Koordinatorin der Bank von Litauen, betont die Wichtigkeit des Vorgehens. Sie sagt, dass man bei allen begründeten Bedenken und vorhandenen Risiken die Augen nicht verschließen solle. Vielmehr solle man über eine sinnvolle Regulierung nachdenken:
„Es ist dringend notwendig, dass die Banken mit denen sprechen, die ICOs herausbringen. Oder mit Menschen, die Kryptowährungen in konventionelle Währungen tauschen. Wir haben einen Dialog begonnen und müssen jetzt schauen, wohin uns die Entwicklung führt.“

Banken verstehen das “Krypto-Business” nicht

Bereits am 10. Oktober 2017 veröffentlichte die Bank ein Dokument, indem sie ihre Haltung zu ICOs und Kryptowährungen erklärte. Im Dokument geben sie an, dass Teilnehmer am Finanzmarkt ihre Aktivitäten gut trennen sollten. Die Aktivitäten, die Kryptowährungen betreffen sollten daher aus regulatorischer Sicht bei der Dokumentation von gewöhnlichen Transaktionen getrennt notiert werden. Außerdem solle man darauf achten, dass weder Geldwäsche noch Terrorismus unterstützt werde und die entsprechenden Gesetze eingehalten werden.

Vytautas Kaseta vom Blockchain-Center in Vilnius gab dahingehend zu Bedenken:
„Kommerzielle Banken verstehen weder das Krypto-Business noch sein Geschäftsmodell. Daher kommt es ihnen als ein risikobehaftetes Business vor und fordern zusätzliche Nachweise zur Herkunft der Investitionen. Oft verweigern sie daher auch das Erstellen von Konten für Unternehmen.“

BTC-ECHO

Über Phillip Horch

Phillip HorchPhillip Horch hat im Oktober 2017 sein Masterstudium in Literatur-Kunst-Medien an der Uni Konstanz abgeschlossen und arbeitet seitdem als freier Journalist. Bereits während seinem Studium hat er für verschiedene Magazine geschrieben und fasst nun in Berlin Fuß. Im Fokus seines journalistischen Schaffens stehen vor allem die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, sodass er sich seit einiger Zeit auch mit dem Themenkomplex Blockchain und Kryptowährungen befasst.

Bildquellen